Klimawandel und Hochwasser

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Klimawandel

 

Der Zusammenhang zwischen dem weltweiten Klimawandel und dem Auftreten von Hochwasser ist äußerst komplex und gehörte bislang zu den am wenigsten erforschten Gebieten der Klimaveränderung. Lange Zeit war unklar, ob überhaupt eine kausale Verbindung zwischen der Erderwärmung und Hochwasser bestehe. Eine vor kurzem veröffentlichte Studie zeigt nun deutlich die konkreten Auswirkungen der Erderwärmung auf die Anzahl und Intensität von Überflutungen. In der internationalen Studie wurden die Daten von über 3.700 Wassermessstellen aus den 50 Messjahren im Zeitraum 1960 und 2010 ausgewertet.

Schon lange vermuteten Klimaforscher, dass der Klimawandel einen wesentlichen Einfluss auf die Wassermenge bei Hochwasserereignissen hat. Ursachen dafür sind die wissenschaftlichen Fakten, dass eine durch die allgemeine Klimaerwärmung aufgeheizte Atmosphäre mehr Wasser speichern kann und dieses Wasser früher oder später wieder durch Regen abgegeben werden muss.

Das eindeutige Fazit der Studie lautet, dass durch die Folgen des Klimawandels in Mittel- und Nordwesteuropa großflächige Flussüberflutungen in Zukunft zunehmen werden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum Ersten prognostizieren die Wettermodelle vermehrte Regenfälle im Herbst und im Winter. Aufgrund der durch die Erderwärmung ausgelösten Klimaveränderung werden in ganz Mitteleuropa und somit auch in Deutschland heiße Sommer und Dürreperioden zunehmen. Die starken Regenfälle in den Herbst- und Wintermonaten treffen somit auf zum Teil stark ausgetrocknete Böden, die nicht mehr imstande sind, die großen Wassermassen aufzunehmen. Daraus können großflächige Überflutungen folgen.

Zum Zweiten sagen Klimaforscher für die kommenden Jahrzehnte auch zunehmenden Starkregen voraus, der vielerorts zu Überflutungen führen kann. Ursachen dafür sind die starke Regulierung der deutschen Flüsse und die an vielen Orten fehlenden natürlichen Überläufe. Vor allem in dicht besiedelten Gebieten können die durch Starkregen verursachten Überschwemmungen zu erheblichen Schäden führen. Flussüberflutungen verursachen jedes Jahre auf der ganzen Welt Schäden in Höhe von etwa 100 Milliarden Dollar, Tendenz steigend. Das Hochwassermanagement muss sich in den kommenden Jahren an diese neuen Realitäten anpassen. Ansonsten muss damit gerechnet werden, dass die jährlichen Hochwasserschäden als Folgen des Klimawandels schneller steigen als in den vergangenen Jahren.

Und zum Dritten stellen Klimaforscher als Folge des Klimawandels auch Veränderungen der atmosphärischen Zirkulation fest. Eine der Folgen, die die Klimaerwärmung auf das Wetter zu haben scheint, ist die Verlangsamung der Tiefdruckgebiete über Nord- und Mitteleuropa. Diese Tiefdruckgebiete haben folglich mehr Zeit, ihre Regenmengen anzugeben, was wiederum zu einer erhöhten Hochwassergefahr führt.

Neben der steigenden Gefahr von Flusshochwasser, sind auch Küstenregionen von zunehmenden Hochwasserereignissen betroffen. Hintergrund dafür sind der weltweit steigende Meeresspiegel und die durch den Klimawandel bedingte erhöhte Intensität von Stürmen. Laut einem neuen Rechenmodell sind weltweit bis zum Jahr 2050 rund 300 Millionen Menschen in Küstengebieten von Hochwasser betroffen. Dies gilt nicht nur für sehr flache Länder vorwiegend in Asien, sondern auch für die gesamte deutsche Nordseeküste. Sowohl die Region Ostfriesland in Niedersachsen als die Region Nordfriesland in Schleswig-Holstein müssen sich in den kommenden Jahrzehnten für die steigende Hochwassergefahr wappnen

 

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